Wie viele Sommer willst du noch erleben?

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Mal ehrlich.

Wann hast du das letzte Mal gedacht: "Diesen Moment werde ich nie vergessen."?

Nicht den perfekt geplanten Urlaub.

Nicht das Familienfoto, auf dem endlich alle lächeln.

Sondern diesen einen kleinen Augenblick.


Das laute Lachen deines Kindes.

Oder wenn du selbst dir vor Lachen den Bauch halten musst.

Warme Sonnenstrahlen auf der Haut und das Gefühl "Ich muss gar nichts.".

Barfuß durch den Sand.

Der Duft von Sonnencreme.

Ein Eis, das viel zu schnell schmilzt und der Schokoladenmund deines Kindes, der schneller als du gucken kannst in deiner weißen Hose landet. Wieso auch weiß tragen als Mama, oder?

Frag ich mich immer wieder.

Eine Umarmung, ohne dass jemand etwas sagt. Einfach so. Echt.


Und jetzt die eigentliche Frage:


Wie viele dieser Momente nehmen wir überhaupt noch bewusst wahr?

Gerade wir Frauen sind Meisterinnen darin, den Alltag zu organisieren. Wir denken an Termine, Einkäufe, Brotdosen, Geburtstage, die Wäsche, Arbeit, Familie und gefühlt an alles gleichzeitig. 


Wir funktionieren. Manche sogar noch über das hinaus - da kommen dann noch brandheiße Themen wie die eigene Persönlichkeitsentwicklung, eine wertebasierte Begleitung der Kinder und echte Beziehungszeiten hinzu. Auch das will organisiert werden, denn sonst passiert davon… nichts.


Denn nun ist es so: 


Das Leben wartet nicht auf später

Während wir organisieren und funktionieren, passiert das Leben.


Ich höre immer noch zu oft:

"Wenn wieder mehr Ruhe ist..."

"Nach den Ferien..."

"Wenn das Projekt abgeschlossen ist..."

"Wenn die Kinder größer sind…"


Was, wenn wir irgendwann merken:

Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt.

Das Leben findet genau jetzt statt.

Nicht irgendwann.

Heute.


Präsenz ist das wirkliche Luxusgut

Ohne Wertung erlaube ich mir zu sagen, dass es viele Menschen gibt, die glauben, besondere Erinnerungen entstehen durch große Erlebnisse. Die perfekte Party, das größere Trampolin, der noch tollere Urlaub. Vielleicht bringt es auch das neue „In-Restaurant“ 30 Minuten entfernt oder doch lieber der größte Freizeitpark Deutschlands - ach, vielleicht direkt den größten Park Europas nehmen.


Meine Idee ist eine andere.

Und eins vorweg: Für mich ist es kein Spaziergang. Es fordert auch mich heraus und zwar jeden Tag. Und an den Tagen, an denen es mir gelingt spüre ich: Es ist es wert.


Erinnerungen entstehen dort, wo wir wirklich anwesend sind.

Nicht mit einem Auge auf dem Handy.

Nicht gedanklich schon beim nächsten To-do.

Nicht zwischen zwei Terminen.

Sondern ganz im Moment.

Denn genau diese kleinen Augenblicke sind es, die später unsere größten Erinnerungen werden.


Ein kleines Morgen-Ritual mit großer Wirkung

Im Urlaub stellen wir uns täglich zu dritt die Frage: Was wünschen wir uns für den Tag?

Dabei hat jeder drei Wünsche frei, die wir dann gemeinsam besprechen.


Ich sage Dinge wie: „Ich möchte kuscheln. Ich hätte gerne Zeit, mein Buch zu lesen. Und ich würde gerne gemeinsam mit euch etwas Spielen.“.

Mein Mann sagt: „Ich möchte nicht gehetzt werden. Und eine Siesta in der Hängematte mag ich auch.“.

Unser Sohn: „Eis essen. Pool. Nudeln.“.

Manchmal sagt er auch: „Ich will in den Spielzeugladen.“.


Ja. Wir haben noch Zeit zu üben.

Und ich übe mich derweil in Annahme.

Vielleicht stelle ich aber auch die falsche Frage.


Deswegen werde ich es ab sofort mit folgender täglichen nicht auf die Urlaubszeit beschränkten Frage versuchen:


Welche drei Momente möchte ich heute ganz bewusst erleben?

Nicht erledigen.

Nicht abhaken.

Erleben.

Zum Beispiel:

  • Mit meinem Kind zwanzig Minuten spielen, ohne nebenbei aufs Handy zu schauen.
  • Den Kaffee in Ruhe genießen.
  • Beim Abendessen wirklich zuhören.
  • Gemeinsam lachen.
  • Den Sonnenuntergang bewusst wahrnehmen.
  • Eine Freundin anrufen.


Vielleicht wird diese Frage unsere Tage verändern.

Wenn wir nicht mehr nach dem nächsten Haken auf der „Was steht heute an?“-Liste streben.

Wenn wir mehr nach Momenten suchen.


Und am Abend?

Unser Abendritual läuft bereits seit einigen Monaten - erfolgreich, wie ich finde.


Welche drei Momente haben meinen Tag heute besonders gemacht?


Interessant: Oft sind es gar nicht die, die ich bzw. wir morgens im Kopf hatten.

Vielleicht war es ein spontaner Tanz in der Küche.

Ein ehrliches Gespräch.

Ein Witz, über den wir gelacht haben.

Oder einfach fünf Minuten Ruhe in der Sonne.


Dieses kleine Ritual verändert etwas Entscheidendes:

Es lenkt unseren Blick weg von dem, was nicht geschafft wurde.

Hin zu dem, was bereits da war.


Dankbarkeit verändert den Fokus

Unser Gehirn sucht automatisch nach Problemen.

Nach Dingen, die noch fehlen bzw. "gelöst werden müssen".

Nach dem nächsten Ziel.

Dankbarkeit macht genau das Gegenteil.

Sie erinnert uns daran, dass unser Leben oft viel schöner ist, als wir es wahrnehmen.

Nicht weil plötzlich alles perfekt ist.

Sondern weil wir lernen, das Gute wieder zu sehen.


Die schönste Erkenntnis

Es sind nicht die spektakulären Tage, die unser Leben ausmachen.

Es sind hunderte kleine Momente.

Ein Picknick auf einer Decke.

Im Regen tanzen.

Gemeinsam Kekse backen im Sommer.

Lachen und Singen im Auto.

Nackt durch die Bude - oder den Garten rennen.

Vorlesen.

Kuscheln.

Ein Spaziergang ohne Ziel - ich liebe die mit Ziel mehr, aber das ist meins.


Diese Momente kosten meistens kein Geld.

Nur Aufmerksamkeit.

Und die ist eine unserer heutigen Kernherausforderungen.


Mein Impuls für dich

Nimm dir morgens zwei Minuten Zeit - die Dauer eines kurzen Lieblingsliedes.

Schreibe drei Momente auf, die du heute bewusst erleben möchtest.


Und am Abend frage dich:

Welche Momente haben mein Herz heute fröhlich gemacht?

Nicht, um noch mehr auf deine Liste zu setzen.

Sondern um das Leben, das bereits da ist, wieder zu spüren.

Denn am Ende erinnern wir uns selten daran, wie viel wir erledigt haben.

Wir erinnern uns daran, wie wir uns gefühlt haben.

Und genau daraus entsteht ein erfülltes Leben.


Erfolg bedeutet für mich nicht, Ziele zu erreichen. Erfolg bedeutet vor allem, das Leben zu spüren, während wir es aufbauen. Unsere Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen Eltern, die wirklich da sind. Und wir selbst verdienen ein Leben, das wir nicht nur organisieren, sondern bewusst erleben.


Also, was willst du heute noch erleben?