Emotionale Sicherheit beginnt dort, wo du dich selbst nicht mehr verlässt

{{brizy_dc_image_alt entityId=

Wenn wir aufhören, uns selbst zu verlassen – warum emotionale Sicherheit nichts mit Zustimmung zu tun hat

Da ist er wieder, der Moment im Leben - mit dem du übrigens ganz und gar nicht alleine bist. 

Du hast so viel an dir gearbeitet.

Du hast gelernt, Grenzen zu setzen.

Du reflektierst dich.

Du verstehst deine Muster.

Du versuchst, Verantwortung für deine Gefühle zu übernehmen.

Und trotzdem passiert etwas.

Ein Gespräch.

Eine Begegnung.

Eine Reaktion eines Menschen, der dir wichtig ist.

Und plötzlich ist sie wieder da, diese leise Hoffnung.

"Vielleicht versteht er mich ja doch noch."

"Vielleicht sieht sie endlich, was ich eigentlich sagen wollte."

"Vielleicht muss ich es nur noch einmal anders erklären."

Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du damit nicht allein.

Denn die emotionale Reife, die sich entwickelt je mehr wir uns mit unseren Stärken und Schwächen beschäftigen auf dem Wege der "Persönlichkeitsentwicklung" bedeutet nicht, dass uns nichts mehr trifft. Sie bedeutet etwas ganz anderes.

Ich dachte tatsächlich, ich wäre längst darüber hinaus.

Die letzten Wochen haben mich auf eine Weise herausgefordert, mit der ich nicht gerechnet hatte. Dabei war gleichzeitig so viel Schönes da. Und offenbar hatte das Leben eigene Pläne.

Da hat es einfach alte Trigger ausgepackt, von denen ich überzeugt war, sie längst verarbeitet zu haben. Es hat mich mit Situationen konfrontiert, in denen ich dachte:

"Entschuldigung mal bitte, dein Ernst… ich dachte, das Thema hätten wir längst hinter uns."

Vielleicht kennst du dieses Gefühl.

Du glaubst, du bist weiter.

Und plötzlich merkst du:

Da ist doch noch etwas. "Welcome to the next Level." so zu sagen.

Nicht, weil du versagt hast.

Sondern weil Entwicklung selten geradlinig verläuft.

Der Schmerz liegt oft gar nicht dort, wo wir ihn vermuten.

Ich dachte lange, ich hätte aufgehört, Erwartungen an andere Menschen zu haben.

Und tatsächlich muss heute niemand mehr meine Entscheidungen gut finden.

Ich muss niemanden überzeugen.

Nicht von meiner Arbeit.

Nicht von meinem Lebensweg.

Nicht davon, wie ich Erfolg für mich ganz persönlich definiere.

Ich muss mich auch nicht mehr dafür rechtfertigen, warum mein Leben anders aussieht als das vieler Menschen in meinem Umfeld.

Meine Energie ist mir dafür viel zu kostbar geworden.

Ich investiere sie lieber in Menschen, deren Herz ohnehin offen ist.

In Begegnungen, in denen es nicht darum geht, Recht zu haben, sondern sich wirklich zu begegnen.

Und trotzdem durfte ich etwas erkennen.

Der eigentliche Schmerz lag gar nicht darin, dass andere urteilen.

Oder mich missverstehen.

Oder mich in Schubladen stecken.

Kenn ich. 


Der eigentliche Schmerz war viel leiser.

Es war dieser kleine Teil in mir, der sich immer noch wünscht, einfach sein zu dürfen.

Ohne sich erklären zu müssen.

Ohne sich verteidigen zu müssen.

Ohne kleiner zu werden, damit andere sich wohler fühlen.

Vielleicht ist genau das emotionale Sicherheit.

Der ein oder andere mag glauben, emotionale Sicherheit bedeutet, dass wir irgendwann nicht mehr verletzt werden.

Ich glaube inzwischen an etwas anderes.

Vielleicht ist es die Wahrheit, vielleicht auch nicht.

Emotionale Sicherheit entsteht in dem Moment, in dem wir aufhören, uns selbst zu verlassen.

Wenn wir nicht länger versuchen, unsere Wahrheit beweisen zu müssen.

Wenn wir aufhören, unsere Größe zu verstecken, nur damit andere sich nicht davon irritiert fühlen.

Wenn wir akzeptieren, dass Menschen unterschiedliche Wahrheiten haben dürfen - und das sogar ganz prima ist.

Auch dann, wenn wir uns so sehr wünschen würden, sie könnten unsere sehen.

Verbindung braucht zwei Menschen.

Echte Verbindung ist keine Einbahnstraße.

Sie entsteht nicht dadurch, dass ein Mensch sich selbst oder einander immer wieder erklärt, vermittelt, Verständnis zeigt und versucht, alles zusammenzuhalten.

Verbindung entsteht dort, wo zwei Menschen wirklich bereit sind, Verantwortung für ihre eigenen Gefühle zu übernehmen.

Wo beide sich selbst begegnen können.

Wo niemand den anderen in sein persönliches Drama hineinziehen muss.

Das bedeutet nicht, dass Beziehungen immer leicht sind.

Aber sie fühlen sich sicher an.

Nicht, weil nie Konflikte entstehen, sondern weil niemand gewinnen muss.

Vielleicht ist Loslassen manchmal die größte Form von Liebe.

Es gibt Menschen, die werden deine Welt nie verstehen. Vielleicht müssen sie das auch gar nicht. Nicht jeder bekommt Zugang zu deinem Herzen. Nicht jede Diskussion verdient deine Energie. Nicht jede Beziehung kann mit deiner Entwicklung mitwachsen. Und das darf auch mal traurig sein. Ist es.

Loslassen bedeutet nicht, dass dir jemand egal ist.

Es bedeutet oft nur, dass du aufgehört hast, dich selbst zu verlieren, um die Verbindung aufrechtzuerhalten.

Was ich aus den letzten Wochen mitnehme

Ich entscheide mich weiterhin dafür, für mich zu sorgen. Für Menschen, die sich nach echter Begegnung sehnen. Für Gespräche, in denen niemand Recht haben muss. Für Beziehungen, in denen Unterschiede keine Bedrohung sind.

Und ich erinnere mich immer wieder daran:

Wahre emotionale Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass andere mich sehen.

Sie entsteht in dem Moment, in dem ich mich selbst sehe.

Immer wieder.

Auch dann, wenn andere es nicht tun.

Vielleicht nimmst du heute genau das für dich mit.

Vielleicht musst du niemanden mehr überzeugen.

Vielleicht darfst du aufhören, deine Wahrheit zu erklären.

Vielleicht ist dein Bauchgefühl längst klüger als dein Bedürfnis nach Harmonie.

Vielleicht darfst du Menschen loslassen, die dich nur lieben können, wenn du dich kleiner machst als du bist.

Und vielleicht besteht Glück gar nicht aus den großen Momenten. Vielleicht ist es viel einfacher. Ein Gespräch, in dem du nichts beweisen musst. Ein Mensch, bei dem du tief ausatmen kannst. Ein Abend, an dem du dich sicher fühlst. Ein kleines Stück mehr zu Hause. Denn am Ende ist genau das das größte Geschenk:

Nicht, dass andere dich endlich verstehen.

Sondern dass du dich selbst nicht mehr verlässt für andere.

Ich bin Tina Möller.

Reflexintergrations- & Dipl. Bewegungstrainerin,
Mental-, BRAINLOG & EMDR-Coach,
Reiki Therapeutin 3. Grad,
Yin Yoga & Kinderyoga Lehrerin

Ich helfe kleinen wie großen Systemen, sich von störenden Faktoren zu befreien um sich frei entfalten zu können. Außerdem unterstützte ich Mütter dabei, sich selbst und ihre Kinder selbstbewusst und resilent durch das Auf und Ab des Familienlebens zu manövrieren.

{{brizy_dc_image_alt imageSrc=